IST-Zustand der Orgel


Zur Groß-Winternheimer Kohlhaas-Orgel

Die Orgel in der katholischen Pfarrkirche St. Johannes Evangelist wurde 1769 von dem "kapitelschen Orgelmacher" Johannes Kohlhaas (dem Jüngeren) erbaut. Wie sein Vater war er ein virtuoser Schreiner, der seine Kunst bei dem Mainzer Tischler Ziegenhorn erlernt hatte. 1765 hatte er für Bodenheim eine Orgel erbaut, die später in die evangelische Kirche nach Obersaulheim verkauft wurde und nach zahlreichen Umbauten heute nur noch einige wenige Fragmente von Kohlhaas enthält. Die Orgel in der alten katholischen Pfarrkirche Budenheim kam, nachdem die Gemeinde dieses Gotteshaus vorübergehend aufgegeben hatte, nach Mainz und steht heute restauriert in St. Quintin.
Somit ist die Kohlhaas-Orgel in Groß-Winternheim das einzige Werk dieses Meisters, was sich noch am ursprünglichen Standort befindet. Außerdem enthält es noch wesentliche Bestandteile aus der Kohlhaas-Werkstatt, so Pfeifen, Windladen und vor allem das prächtige Gehäuse. Das Instrument ist in besonderer Weise ein erhaltenswertes Kunstdenkmal (vgl. Dehio, Georg: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler Rheinland-Pfalz, Saarland, Berlin 1972, Seite 275). Dies hat auch das Landesamt für Denkmalpflege bestätigt.

Kohlhaas-Orgel

Alles krum und schief! Die heutige Spielanlage wurde 1978 aus unpassenden Gebrauchtteilen förmlich in die Orgel gequetscht.


Traktur


Der Zustand der Orgel

Kohlhaas war ein hervorragender Kunstschreiner, aber ein bescheidener Orgelbauer. So ist es ihm nicht gelungen, die richtigen Pfeifenmensuren für sein Werk zu wählen. Ähnlich erging es übrigens auch dem berühmten Orgelmacher Joseph Gabler in Weingarten: Ein prächtiger Orgelaufbau mit unbefriedigendem Klang. Entsprechend hat die Gemeinde in Groß-Winternheim immer wieder Orgelbauer bemüht, ihre Orgel den gottesdienstlichen Bedürfnissen anzupassen: Die Kirchenakten weisen neben Verbesserungsvorschlägen von Köhler (1837) und Dreymann (1852) zahlreiche kleiner Reparaturen aus, zuletzt wurde die Orgel in den 70-er Jahren des letzten Jahrhunderts notdürftig geflickt, ohne jedoch auf historische Vorgaben zu achten.



Die aktuelle Planung

Die Orgel soll grundlegend restauriert werden, d.h. die historische Substanz soll gerettet und in einen brauchbaren Zustand versetzt werden: Die Orgel soll spielbar sein und so klingen, wie dies von einem barocken Instrument erwartet wird. Entsprechend der originalen Prospektgestaltung soll das Werk zweimanualig sein. Unter der Hauptwerkslade wird hinter dem bislang stummen Prospektfeld an dem dafür ursprünglich vorgesehenen Platz ein kleines Unterwerk eingebaut. Damit entfaltet die Orgel auch das notwendige Volumen, um den großen Kirchenraum adäquat zu füllen.



Die Ausführungsfirma

Nach über zehnjähriger Vorbereitung und Kontaktaufnahmen mit zahlreichen renommierten Orgelbaufirmen hat der Orgelausschuss unterstützt vom zuständigen Sachverständigen beschlossen, das Angebot der Fa. Meisterwerkstätte für Orgelbau Rainer Müller aus Merxheim ins Auge zu fassen. Herr Müller hat sich in den letzten Jahren im Raum Rhein-Nahe einen glanzvollen Namen gemacht durch wohlgelungene, hervorragende Restaurierungen von Denkmalorgeln, so in Ludweiler, Grumbach, Hoppstädten u.a.



Die Kosten

Sorgfältige Restaurierungen setzten neben fundierten Sachkenntnissen gediegene Handarbeit voraus. Dies kann nur spezialisierten Fachleuten überlassen werden, sollen die Arbeiten zu dauerhaftem Erfolg führen. Derartige Arbeiten haben natürlich ihren Preis. So werden die Gesamtkosten voraussichtlich 250 000 Euro betragen. Ein Drittel konnte die Gemeinde bzw. der kürzlich gegründete Verein zur Förderung der Wiederherstellung und Pflege der Kohlhaas-Orgel zusammentragen. Der Rest soll durch weitere Spenden erbracht werden.



Mögliche Hilfen

Sie können Mitglied im Förderverein werden. Der Mitgliedsbeitrag beträgt nur 6 € im Jahr. Außerdem besteht die Möglichkeit eine Pfeifenpatenschaft zu übernehmen. Der Betrag richtet sich entsprechend der umseitigen Tabelle nach der jeweiligen Größe der Pfeifen. Die Paten erhalten eine Patenschaftsurkunde; außerdem wird ihr Name (falls gewünscht) auf einer großen Tafel an der Orgel festgehalten. Spender, die ein ganzes Register sponsern wollen, werden auf der größten Pfeife desselben eingraviert.